Zwei Menschen spielen Schach

So­te­ria Bern – ei­gen­stän­dig an­ders

Ob sta­ti­o­när, ta­ges­kli­nisch oder am­bu­lant: Seit über 40 Jah­ren geht die So­te­ria Bern einen ei­gen­stän­di­gen Weg in der Psy­cho­se­be­hand­lung und Be­glei­tung jun­ger Men­schen in psy­chi­schen Kri­sen. Er ba­siert auf Ver­trau­en, Selbst­be­stim­mung und Frei­wil­lig­keit.

So­te­ria mit drei in­te­grier­ten An­ge­bo­ten

Stationäre Behandlung

Akutbehandlung für junge Menschen zwischen 16 und 40 Jahren, die eine akute psychotische Krise durchleben.

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Tageszentrum Soteria

Stabilisierende Tagesstruktur für junge Menschen in einer psychischen oder psychotischen Krise.

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Ambulante Begleitung

Wohnbegleitung und Unterstützung für Menschen mit Psychosen und anderen psychischen Erkrankungen.

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40 Jahre Er­fah­rung in der Psy­cho­se­be­hand­lung

Die Soteria Bern ist die wohl kleinste psychiatrische Klinik der Schweiz. Gleichzeitig unterscheidet sie sich deutlich von herkömmlichen Spitälern: Die Behandlung findet in einem alltagsnahen, entspannten, wohngruppenähnlichen Umfeld statt. Sie basiert auf Freiwilligkeit, vertrauensvollen Beziehungen und einer menschlichen, behutsamen Begleitung.

Bereits seit über 40 Jahren geht die Soteria einen eigenständigen Weg. Sie wurde 1984 von Prof. Dr. Luc Ciompi gegründet. In Anlehnung ans Soteria House in Kalifornien entwickelte der Psychiater in Bern ein alternatives Behandlungskonzept für junge Menschen mit akuten psychotischen Episoden.

Seither haben wir das Soteria-Konzept kontinuierlich weiterentwickelt und das Tageszentrum noch stärker auf junge Menschen in psychischen Krisen ausgerichtet. 2021 wurde auch die WHO auf die Soteria aufmerksam und bezeichnete sie in einer Publikation als „Good Practice-Beispiel für eine rechtebasierte, personenzentrierte Psychiatrie“.

Mensch und Be­zie­hung im Zen­trum

Soteria Bern: mitmenschliche Begleitung bei akuten Psychosen - igs Bern

In der Soteria Bern steht zu jedem Zeitpunkt der Mensch im Zentrum. Bei uns ist das keine Floskel, sondern gelebter Alltag. Besonders wichtig sind uns:

  • Freiwilligkeit: In der Soteria verzichten wir auf Zwang. Die Nutzenden treten freiwillig ein und lassen sich auch freiwillig behandeln.
  • Selbstbestimmung: Die Nutzenden bestimmen ihre Behandlung in der wöchentlichen Behandlungskonferenz aktiv mit.
  • Vertrauen: Wir nehmen uns in der Soteria jeden Tag viel Zeit für Beziehungen. Unsere Arbeit basiert auf Vertrauen, Offenheit und Menschlichkeit.

Sie­ben zen­tra­le Be­hand­lungs­grund­sät­ze

Die Soteria Bern legt grossen Wert auf eine menschenzentrierte, leitliniengerechte Behandlung. Sie basiert auf folgenden Grundsätzen:

Die Soteria Bern ist in einem Wohnhaus mitten in Bern zu Hause. Die stationäre und teilstationäre Behandlung findet in einem alltagsnahen, entspannenden, wohngruppenähnlichen Rahmen statt.

Unsere Milieutherapeut:innen begleiten die jungen Menschen während akuten psychotischen Krisen und unterstützen sie bei alltäglichen, kreativen und sportlichen Aktivitäten. Sie bieten stützende Gespräche und sorgen für einen individuell abgestimmten Reizschutz, für Vertrauen und möglichst viel Normalität.

Dieses besondere angstlösende therapeutische Milieu schafft ein Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Gemeinschaft – eine wichtige Voraussetzung für die Stabilisierung nach einer Krise.

In der Soteria Bern steht die vertrauensvolle, behutsame und mitmenschliche Beziehung im Zentrum. Akute Psychosen sind oft eine Reaktion auf emotional überfordernde Erlebnisse und Beziehungen. Deshalb sind positive, korrigierende Beziehungserfahrungen besonders heilsam.   

In der stationären Behandlung gehen wir in der Akutphase einer Psychose noch einen Schritt weiter: Dann begleitet dasselbe Teammitglied die betroffene Person während 24 Stunden in einem 1:1-Setting. Wir nennen dies «Being-with» oder «Mit-Sein»: Die Milieutherapeut:innen halten dabei die Krise mit aus und bleiben für die Nutzenden ein verlässliches, stabilisierendes und sicherndes Gegenüber.

Wir sind fest davon überzeugt: Jeder Mensch kann seinen eigenen Weg zu einem erfüllten, hoffnungsvollen und selbstbestimmten Leben finden – ob ohne oder mit einer psychischen Erkrankung.

Zu Recovery-Ansatz gehört auch, dass im stationären wie im tagesklinischen Bereich Expert:innen aus Erfahrung („Peers“) mitarbeiten und wertvolles Erfahrungswissen in unser therapeutisches Angebot einbringen.

Jede Krise bietet einem Menschen die Chance auf Veränderung. Deshalb analysieren wir gemeinsam mit den Nutzenden und ihren Angehörigen die individuellen Risikofaktoren, Auslöser und Krisenanzeichen. Anschliessend erarbeiten wir gemeinsam möglichst einfache Bewältigungs- und Notfallstrategien.

Bei der Genesung und im Alltag der Nutzenden spielen die Angehörigen und ihre nächsten Bezugspersonen eine wichtige Rolle. Deshalb beziehen wir sie aktiv in unsere Arbeit ein – sei es in Familien- und Systemgesprächen oder bei Bedarf im Rahmen unserer wöchentlichen Behandlungskonferenz.

Damit die Wiedereingliederung nach einem stationären Aufenthalt gelingt, führen wir zudem gemeinsam mit den Nutzenden Gespräche mit der Schule oder der Arbeitgeber:in.

Wir verzichten in der Soteria Bern bewusst auf Zwang und Isolation. Wir setzen in der Behandlung und Begleitung auf Freiwilligkeit und Selbstbestimmung. Die Nutzenden gestalten ihre Behandlung selbst mit. Das Fundament dieser Zusammenarbeit ist die tragende, mitmenschliche, und vertrauensvolle Beziehung, an der wir vom ersten Tag an arbeiten.

In der Soteria setzen wir Psychotika und andere Medikamente zurückhaltend ein. Wir halten uns dabei an den Grundsatz: so wenig wie möglich und so viel wie nötig.

Wir beziehen die Nutzenden im Sinne von „supported decision making“ (unterstützte Entscheidung) in die Wahl und Dosierung der Medikamente mit ein.

Gut zu wis­sen

Psychose ist ein Überbegriff für einen psychischen Ausnahmezustand, in dem ein Mensch den Bezug zur Realität verliert oder sie stark verzerrt wahrnimmt. Psychosen können bei verschiedenen psychischen Erkrankungen auftreten – insbesondere jedoch bei Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis (vgl. «Schizophrenie»).

Während einer Psychose haben Betroffene oft Wahnvorstellungen (z.B. Verfolgungswahn) oder Halluzinationen (z.B. Stimmenhören). Zu Beginn können sie ein intensives Hochgefühl erleben. Meistens jedoch sind Psychosen verbunden mit starken Ängsten, grosser Unruhe, Misstrauen und sozialem Rückzug.

Die Ursachen von Psychosen sind vielfältig. Folgende Faktoren können Psychosen begünstigen: genetische Faktoren, Hirnschäden, traumatische Erlebnisse, familiäre Einflüsse, längerdauernde Belastungen sowie der Konsum von Drogen (z.B. Cannabis»). Rund 1 bis 2 Prozent der Schweizer Bevölkerung erleben mindestens einmal in ihrem Leben eine psychotische Episode.

«Die» Schizophrenie gibt es nicht. Fachpersonen sprechen vielmehr von «Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis». Diese werden im ICD 10, einem Klassifikationssystem der WHO für psychische Erkrankungen, in Kapitel F 20 ausführlich beschrieben.

Betroffene Menschen erleben phasenweise eine grundlegende Veränderung von Gedanken, Gefühlen, Verhalten und Wahrnehmung.

Typisch sind Wahnvorstellungen, akustische Halluzinationen sowie Schwierigkeiten, zwischen Ich und Umwelt zu unterscheiden. Die emotionalen Reaktionen können von unangemessenem Überreagieren bis hin zu völliger Teilnahmslosigkeit reichen.

Menschen, die zu Psychosen neigen, sind besonders verletzlich. Intensive Belastungen und Überforderung bringen sie leichter aus dem Gleichgewicht als andere Menschen.

Auslöser einer psychotischen Krise können starke Gefühle, grosser Leistungsdruck, Unsicherheit oder intensive Angst sein. Diese vermögen die betroffenen Menschen so zu destabilisieren, dass sie nicht mehr auf gesunde, gewohnte Bewältigungsstrategien zurückgreifen können.  

Eine psychotische Krise bietet die Möglichkeit zur Veränderung. Mit einer individuell passenden Behandlung können die meisten Betroffenen nach einer psychotischen Krise wieder ein normales Leben führen. Je eher eine Psychose erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Prognosen.

Wir sprechen von einer psychischen Krise, wenn ein Mensch psychisch stark belastet ist, sich von seinen Lebensumständen überfordert fühlt und seine gewohnten Bewältigungsstrategien versagen.

Auslöser können Verluste, Trennungen, starker Stress, lebensverändernde Ereignisse, Pubertät oder eine beginnende psychische Erkrankung (z.B. Depression) sein. Eine psychische Krise führt immer zu viel Leid und beeinträchtigt das Denken, Fühlen und Handeln.

Manchmal können Menschen eine Krise aus eigener Kraft überwinden. Manchmal brauchen sie jedoch professionelle Hilfe. Wer eine psychische Krise früh erkennt, hat sehr gute Chancen, sich wieder zu erholen und gesund zu werden.

Das könn­te Sie in­ter­es­sie­ren

Foto: www.andremaurer.ch
Sta­ti­o­näre Be­hand­lung
Im sta­ti­o­nären An­ge­bot be­han­deln und be­glei­ten wir junge Men­schen zwi­schen 16 und 40 Jah­ren wäh­rend einer aku­ten psy­cho­ti­schen Krise.

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Tageszentrum Soteria Bern
Ta­ges­zen­trum
Im Ta­ges­zen­trum der So­te­ria Bern fin­den junge Men­schen in einer psy­chi­schen Krise eine sta­bi­li­sie­ren­de Ta­ges­s­truk­tur, Halt und Ori­en­tie­rung.

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Anmeldung und Zuweisung – igs Bern

An­mel­dung

Er­fah­ren Sie, wie Sie Pa­ti­ent:innen, An­ge­hö­ri­ge oder sich selbst für ein An­ge­bot der So­te­ria Bern an­mel­den kön­nen. Auch ohne ärzt­li­che Zu­wei­sung.

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